Gemeindegeschichte

Historie:

Bocklet wurde erstmals im Jahr 1122 in einer Stiftungsurkunde des Klosters Aura erwähnt. Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreises gehörte, wurde Bocklet 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an das Königsreich Bayern fiel, das bis 1918 bestand.


Erhebung zum Bad:

Nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus verfügte Franz Ritter von Epp am 12. November 1937 die Erhebung des Kurortes Bad Bocklet zum "Bad", was durch den offiziellen Erlass des Ministeriums des Innern (IME) Nr. 3008b 190 nachträglich am 29. November 1937 amtlich bestätigt wurde.


Eingemeindungen:

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Bad Bocklet, Aschach und Großenbrach zur neuen Gemeinde Bad Bocklet zusammengeschlossen. Am 16. Febuar 1972 erhielt diese neue Gemeinde den Namenszusatz "Markt". Am 1. Mai 1978 folgte der Markt Steinach an der Saale mit den Ortsteilen Steinach an der Saale, Hohn, Roth an der Saale und Nickersfelden.

 

Weitere historische Angaben (bis zu den Eingemeindungen):

867Betilo schenkt laut einer Urkunde dem Kloster Felder in "Ascaha" (Aschach).
 
979Erste sichere urkundliche Erwähnung von "Steinaha" (Steinach.)
 
1122Erste urkundliche Erwähnung Bocklets in einer Stiftungsurkunde des Klosters Aura a. d. Saale.
 
1151Steinach ist im Besitz des Grafen von Henneberg.
 
13. Jh.Graf Poppo von Henneberg baut die Burg Aschach.
 
1287Der Ortsname (Bocklet) leitet sich von Buchenleite ab und wird "Bockelat"
genannt.
 
1491Amt und Schloß Aschach gehen in den Besitz des Fürstbistums Würzburg über.
 
1724Pfarrer Schöppner entdeckt die Heilquelle wieder und trägt sich als ihr "Bekanntmacher" in die Kirchenbücher ein.
 
1725Balthasar Neumann, der berühmte Barockbaumeister, faßt die Heilquelle.
 
1754Fürstbischof Philipp Karl von Greiffenclau läßt das erste Badehaus errichten. Bocklet wird somit Kurort für den Fürstbischöflichen Hof.
 
1760Erstes Kurhaus für Fremde durch Fürstbischof Adam von Seinsheim. Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal läßt den Fürstenbau und den Brunnentempel erbauen.
 
1785Der Kurgarten wird angelegt.
  
1797Georg Karl von Fechenbach, der letzte Würzburger Fürstbischof, läßt den Speisesaal und den "Neubau" erstellen.
 
1803In Folge Napoleon Bonapartes Umgestaltung Europas wird das Fürstbistum Würzburg aufgelöst und dem neu gebildeten Königreich Baiern zugeschlagen. Bocklet wird "Bairisches Staatsbad".
 
1835König Ludwig I. von Bayern läßt die Quelle neu fassen.
 
1844Prinzessin Marie von Preußen, seit 1842 Ehefrau des späteren Königs Maximilian II. von Bayern, ist nach einer Fehlgeburt Kurgast in Bocklet. Sie empfängt gleich nach der erfolgreichen Kur Ludwig II. von Bayern, den späteren "Märchenkönig".
 
1852Marie - nun Königin von Bayern - wiederholt die Kur. Kaiserin Elisabeth ("Sissi") von Österreich besucht Bocklet. Persönlichkeiten des "Jenaer Romantikerkreises" um Goethe und Schiller sind zu Gast in Bocklet.
 
1866Preußisch-Bayrischer Krieg mit Gefechten in Aschach und im Raum Bocklet während der Schlacht um Bad Kissingen.
 
1873Graf Luxburg (Regierungspräsident von Unterfranken) kauft das Schloß Aschach.
 
1912Prinzregent Luitpold von Bayern weiht die neue Quellfassung ein.
 
1919Der neu niedergelassene Badearzt Dr. Ludwig Trümbach und der Ortsgeistliche Dr. Nikolaus Genlger bemühen sich um die Wiederbelebung der Kur nach dem ersten Weltkrieg.
 
1925Der Diözesan-Caritas-Verband Würzburg erweckt mit seiner Pacht die Kuranlagen zu neuem Leben.
 
1928Mit Gründung des Kurvereins nimmt nun auch die Ortsbevölkerung aktiven Anteil am Kurwesen.
 
1937Am 12.11.1937 verleiht Reichsstatthalter für Bayern, Ritter von Epp, Bocklet nun auch offiziell den Titel "Bad".
 
1939Jungfernfahrt der reaktivierten Postkutschenlinie von Bad Kissingen nach Bad Bocklet am 07.06.1939.
 
1940-1941Die immer mehr überbeanspruchte Quelle wird neu gebohrt. In 34 m Tiefe stößt man auf einen äußerst ergiebigen, kohlesäurereichen Sprudel, der so stark ist, daß seine Fontäne das Dach des Brunnentempels durchschlägt. Diese Quelle ging kurz darauf durch ein leichtes Erdbeben verloren.
 
1939-1945Bad Bocklet wird Reservelazarett, Umsiedlungslager und Altersheim während des 2. Weltkrieges. Im April 1945 finden schwere Kämpfe mit Panzern, Artillerie, Infanterie und amerikanischen Jagdbombern um Steinach und Roth statt. Viele Gefallene und tote Zivilisten. Steinach wird zu 75 % zerstört und alle Saalebrücken sind gesprengt.
 
1948Neubohrung der Quelle 15 Meter nördlich des Brunnentempels. In 100 Metern Tiefe stößt man auf einen stark kohlesäurehaltigen Sprudel mit intermittierender 12 Meter hohen Fontäne.
 
1950Neue Quelleinfassung und Benennung in "Baltasar-Neumann-Quelle".
 
1959Einweihung der neuen St. Laurentius-Kirche in Bad Bocklet.
 
1960Neubau der Wandelhalle im Kurzentrum, Erweiterung des Kurparks in den Saalewiesen.
 
1960Wiederaufnahme der Postkutschenlinie von Bad Kissingen nach Bad Bocklet nach der Kriegs- und Nachkriegspause.
 
1971Die selbständigen Gemeinden Roth a. d. Saale und Nickerfelden schließen sich mit dem Markt Steinach zusammen.
 
1972Die Gemeinde Hohn schließt sich dem Markt Steinach an. Die selbständigen Gemeinden Bad Bocklet, der Markt Aschach und Großenbrach schließen sich zum "Markt Bad Bocklet" zusammen.
 
1978Am 1. Mai 1978 fusionieren der Markt Steinach und der Markt Bad Bocklet zum gemeinsamen "Markt Bad Bocklet".
 


 

 

 

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